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Drei unterirdische Gänge in Passau

Ausgestellt am 17. Mai 2013 vom

Am Dienstag, 14. Mai 2013 untersuchten Josef Weichenberger, Erhard Fritsch und Nikolaus Arndt drei unterirdische Gänge in Passau.

Stollen im Kloster Mariahilf

Der Wassergang im Kloster Mariahilf

Der Stollen im Kloster Mariahilf ist ein 49 Meter langer gemauerter unterirdischer Gang, der in offener Bauweise in einer Künette hergestellt wurde. Nach der Fertigstellung wurde die Künette aufgefüllt und mit Humus überdeckt. Höchstwahrscheinlich diente der Stollen zur Zuleitung von Wasser. Um die näheren Umstände zu klären, sind noch genauere Recherchen nötig.
Denkbar wäre eine Quelle bei einer Marienstatue im Innenhof des Klosters. In Linz – St. Margarethen findet sich bei der Mariahilf-Kapelle genau diese Situation: Ein aus einem Wasserstollen hergeleitetes Wasser floss bei der Marienstatue in ein Quellbecken und galt als heilkräftig. Die spannende Frage lautet, ob es in Mariahilf jemals ein als heilkräftig geltendes Quellwasser gegeben hat.
Zeitstellung: ca. 1600 bis ca. 1750/80

Das Kloster MariahilfZugang zum unterirdischen Gang Kloster Mariahilf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Minierstollen Veste Oberhaus

Der Miniestollen in der Veste Oberhaus ist ein 110 m langer aus dem Granit/Gneis herausgeprengter Stollen mit zwei Quergängen und zwei Seitenstollen. Er ist niedrig und nur gebückt begehbar, die Sprenglöcher sind deutlich erkennbar.
Die Anlage gilt als „Gegenminierstollen“ im Zuge des Festungsausbaus.
Zeitstellung: ca. 1700 bis 1750



 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wasserstollen Veste Oberhaus
Der Wasserstollen (Kanat) ist 110 Meter lang und teilweise ausgemauert. An den nicht ausgemauerten Teilen sind stellenweise sehr deutliche Pickelspuren vom händischen Vortrieb zu sehen. Bautechnisch besonders bemerkenswert ist der rückwärtige Abschnitt, weil hier die Sohle in einem zweiten Arbeitsschritt (nachträglich) abgesenkt wurde und Teile des Aushubs ganz hinten im Stollen gelagert wurden. Auch heute noch fließt ein kleines Rinnsal im Stollen, früher wurde die Burg von hier über eine Deichelleitung mit „Röhrlwasser“ versorgt.
Zeitstellung: ca. 1300 bis 1600;
etwas schwierig einzuordnen, eine mittelalterliche Erbauungszeit ist durchaus möglich, es gibt aber jedenfalls nachträgliche jüngere Einbauten (z.B. Sedimentbecken, Steingutrohre).

Wasserstollen Oberhaus