Einrad Kurbel


Richtige Kurbel für dein Einrad wählen.

 

Bauformen, Material

Kurbeln werden am häufigsten aus Stahl gefertigt. Stahl Kurbeln sind billig, robust, einfach zu bekommen.
Alu Kurbeln werden im Renn- und Freestyle-Bereich eingesetzt, sie sind teurer und brechen bzw. verbiegen leichter.
Kurbel aus anderen Materialien sind nicht üblich.

Die Aufnahme der Kurbel (Verbindung Nabe Kurbel) kann verschieden gelöst sein.
Am häufigsten wird zur Zeit ein Vierkannt verwendet. Für diese genormte Aufnahme, die auch im Stürtzradbereich verwendet wird, gibt es viele Hersteller.
Aufgrud des genormten Durchmessers stößt die Vierkannt-Aufnahme bei großen Kräften (zB.: Trial) an ihre Grenzen. Für normale Einräder ist diese Variante durchaus zu empfehlen.
Große Vorteile von Vierkannt Kurbeln: Billig, große Auswahl, Hersteller unabhängig.

Vielzahn Aufnahme (mehr als 4 Kannten) kann die Kraftübertragung zwischen Kurbel und Nabe verbessern und verwendet zudem meist hochfeste Materialien und größere Durchmesser. Isis ist ein Standard für Vielzahn Kurbeln der sich bei Einrädern behauptet. Es gibt jedoch auch andere Systeme die damit nicht kompatibel sind.

Keil-Kurbel kommen heute nur noch sehr selten vor. Sie sind der Vorgänger der Vierkannt Aufnahme und werden kaum noch hergestellt.

Kurbel-Länge

Da es beim Einrad keine Gangschaltung gibt, kann man die Umsetzung der Kraft nur mit der Kurbellänge beeinflussen!
Hier gilt das Hebelgesetz:
Kraft * Kraftarm = Last * Lastarm

Kraft = Kraft mit der dein Fuß nach unten drückt.
Kraftarm = Kurbellänge
Last = Rollwiederstand
Lastarm = Raddurchmesser

Weitere Theorie in kürze

Lange Kurbel = langer Hebel = größere Bewegung = viel Kontrolle
Kurze Kurbel = kurzer Weg = schnelleres Treten

Es ist wichtig ein Mittelmaß der Länge zu finden, das genau deinen Anforderungen gerecht wird.
Zum Fahren lernen mit einem 20″ Einrad sind 127mm Kurbeln gut geeignet.
Die üblichen Längen bei 20″ liegen zwischen 89mm und 145mm.
Die Länge gibt nicht die gesamte Länge der Kurbel an, sondern den Abstand von der Mitte der Nabe zur Mitte des Pedals, klingt jetzt verwirrend macht aber Sinn.
Die unschönen Maße für die Längen der Kurbeln kommen von Zollangaben. 3,5″ = 89mm, 4″ = 102mm, 4,5″ = 114mm und 5″ = 127mm

Tabelle Richtwerte für Kurbellänge

Einrad 20″ Kurbellänge
Anfänger 127mm
Freestyle 89-114mm
Hockey ca. 114mm
Trial 127-145mm
Muni 127-145mm
Einrad 24″
Standard 127-150mm
Tour 114mm-127mm
Muni 140-170mm

Bei einem 24″ Einrad musst du längere Kurbeln als bei 20″ verwenden, da du wegen dem größeren Raddurchmesser auch mehr Kraft für einen Umdrehung benötigst.

Für lange Touren ohne große Steigung sind auch 114mm Kurbeln auf 24″ oder 26″ sinnvoll.
Achtung: Mit kurzen Kurbeln kannst du nicht mehr so schnell bremsen!

Da Einräder größer 24″ meist für Touren verwendet werden solltest du auch hier relativ kurze Kurbeln z.B.: 127mm verwenden.

Gewinde Richtung

An einem Einrad werden genau so wie am Stützrad je eine linke und eine rechte Kurbel montiert. Der Unterschied liegt im Gewinde für die Pedale. Aufgrund der Tretbewegung wird das rechte Pedal automatisch festgezogen (Pedal dreht sich in selbe Richtung wie das Gewinde). Auf der gegenüber liegenden Seite würde genau das Gegenteil passieren, das Pedal würde sich lockern. Um das zu verhindern ist das Gewinde auf der linken Seite ein Linksgewinde (andere Richtung).
Aufschrift auf der Kurbel 127 R bedeutet 127mm Kurbellänge mit Rechtsgewinde.

Geschichte der Kurbel

Tretkurbeln wurden 1853 von Philipp Moriz Fischer erfunden und ist seither fester Bestandteil der Einräder.

Wie du andere Teile des Einrads optimal für dich abstimmst erfährst du unter Einradtuning.

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