Was steckt hinter der Route?

Null Meter Asphalt…
Was steckt hinter der Route?

Asphalt ist stink langweilig. Mit einem Sportgerät wie einem Gelände-Einrad, das dafür da ist über möglichst unebenes Gelände zu fahren, hat man auf diesem schwarzen platt gewalzten Untergrund einfach keinen Spaß.
Als ich begonnen habe unsere Einrad-Transalp-Route zu planen, habe ich versucht möglichst wenig Asphalt zu finden. Als dieser Gedanke zu Ende gedacht war, wusste ich, dass ich gar keinen Meter Asphalt brauche um Spaß am Einradfahren zu haben.

Ich hatte eine fast Asphalt freie Strecke und versuchte die letzten Meter auch noch los zu werden. Es stellte sich als fast unmöglich heraus. Überall – selbst in den kleinen Nebentälern – wird einem der Weg durch dicke Asphaltwürste versperrt. Die Route wurde dadurch jedoch immer spannender, denn nur auf Berggipfeln ist man weitgehend vor Asphalt sicher. Und genau dort, unterhalb von Gipfeln, fahre ich am liebsten. Bald führte die Route nur noch von Gipfel zu Gipfel denn überall sonst war kein straßenloses Vorankommen möglich.
Ich war bereit riesige Umwege in Kauf zu nehmen nur um nicht ins Tal und somit auf eine Straße zu kommen.
Dennoch jeder der eine Alpenkarte in die Hand nimmt und versucht alle straßendurchzogenen Täler zu umgehen wird feststellen müssen, dass es in diesem Labyrinth kein Durchkommen gibt.

Eine Erkenntnis die mich schockt. Es ist nicht mehr möglich einen Bogen um unsere Straßen zu machen. So praktisch und nützlich diese Straßen auch sein wollen, wir haben unsere Alpen so sehr mit Straßen zugepflastert, dass es keinen Weg mehr gibt, Straßen aus dem Weg zu gehen. Man muss Straßen begegnen ob man Lust dazu hat oder nicht.

Ich habe noch immer keine Lust auf Straße.

Nein, es gibt keinen Weg den Straßen nicht zu begegnen.
Allein im Inntal versperren Autobahn, Bundesstraße, Zug und Landstraßen auf beiden Seiten des Ufers jedem Straßenverweigerer den Weg. Nach langer Suche habe ich entlang des Inns in ganz Tirol genau zwei Stellen entdeckt, an denen man mit viel Geschick alle Straßen umgehen kann.
Bäche die sich ins Tal schlängeln, Brücken und Autobahn-Tunnel haben dabei geholfen, eine Route auszutüfteln, die es ermöglicht, dem Asphalt auszuweichen. An einigen Brücken ist es möglich unter den Asphaltbahnen hindurch zu schlürfen.

Ich plante eine neue Route.

Entlang dieser Route könnte es klappen trotz einigen unumgänglichen Straßenquerung niemals Asphalt zu berühren. Ob es wirklich noch möglich ist wird sich zeigen, denn jedes Jahr werden neue Straßen gebaut. An einigen Stellen wo es letztes Jahr noch möglich war die Straße zu umgehen, war heuer schon die Asphalteiermaschine. An einer der zwei letzten Stellen durch das Inntal versperrt heute ein neuer Freizeitpark den asphaltfreien Weg.

Das Vorhaben ohne Straßen die Alpen zu überqueren wir von Tag zu Tag schwieriger. Vielleicht sind wir ja die letzten Menschen denen es gelingt alle Straßen der Alpen zu umgehen? Falls es überhaupt noch gelingen kann. Wir wollen es jedenfalls versuchen.

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